Mittwoch, 23. Dezember 2009

Oh du Froehliche Vorweihnachtszeit...

Die Nachichten aus Deutschland erreichen Swasiland immer wieder und so hoert man auch von bitter bitterkalten Temperaturen waehrend man selber bestimmt zwei Liter Wasser am Tag ausschwitzt. Wir haben mittlerweile ueber 30 Grad Celsius taeglich die ersten Kakerlaken kommen im Doppelpack und auch sonst scheint Swasiland unter der Hitze zu leiden. In der letzten Woche gab es drei unschoene Zwischenfaelle... Am Montag ist einer unserer Jungs in unser Buero im Jugendzentrum eingebrochen, um Suessigkeiten zu klauen. Um an die Suesigkeiten zu gelangen die ca 10 Euro wert waren, hat er unser wellblechdach aufgebogen und die Decke eingetreten... ausgerechnet war er auch nicht einmal fertig als wir ins Buero reinkamen und ihn so zumindest identifizieren konnten. Ein Tag spaeter wurde eine Jugendliche nur 20 m von unserem Haus entfernt brutal zusammengeschlagen. Sean hatte noch Schreie gehoert und ist rausgekommen, aber in der Zeit hatten die Securit Beamten der High School das Maedchen schon gefunden. Wir mussten dann nur noch die Polizei anrufn, welche immerhin nach 20 Minuten da war. Ich hatte schon gedacht es wuerde Stunden dauern bis die da waeren, aber der Polizeinotruf in Swasiland schint relativ gut zu funktionieren. Natuerlich hat die Polizei keinen Krankenwagen mitgebracht und wollte das maedchen auch nicht in dem neuen Auto zum Krankenhaus bringen, da ja ansonsten das schoene auto mit Blut vollgeschmiert waere... also wurde ein Gefaengniswagen verstaendigt, um die Jugendliche ins Krankenhasu zu bringen, wo dann nur festgestellt wurde, dass sie sie in der nacht nicht behandeln koennten, so dass sie am Tag wiederkommen muesste...was aus dem maedel jetzt geworden ist, ist leider unklar.
Sonntag dann hat jemand versucht in unser Haus am helligten tag einzubrechen. wir konnten den Taeter jedoch stellen. Immerhin und es ist nur beim Versuch geblieben, da ein par Kinder vor unserem haus Fussball gespielt haben und so den Einrecher verscheuchen konnten. Naja solangsam werde ich schreckhaft bei jedem leisen gereusch denke ich jemand macht sich an der Tuer zu schaffen...

Samstag fahren Anna und ich mit unseren neuen chilenischen Volontaeren (Marcilla und Juan Pablo) nach Suedafrika. Dort werden wir uns Durban anschauen, sowie einen Naturpark besuchen, am Drakensberg zelten und einen trip nach Lesotho machen. Ich freue mich schon drauf endlich mal ein bisschen Abstand von all den Dingen zu bekommen.

in weihnachtstimmung bin ich eigenbtlich nicht so wirklich, weil es hier halt wirklich heiss ist und wir auch noch einiges zu tun haben. So muessen wir morgen das Essen, welchen wir die letzten tage organisieren durften und uebermorgen die Geschenke verteilen. als Geschenk bekommen die Jungs Altkleider, Zahnpasta, Seife, Sueses und Euro um ihre verbleibenden Familienangehoerigen zu besuchen.

Naja das wars es jetzt auch mal von mir und falls wir uns bis Weihnachten nicht mehr sehen; Frohes Fest und im Anschluss daran einen guten Rutsch ins Jahr 2010!!! Auf das jahr, das sich hier alle Leute freuen wegen der Weltmeisterschaft... also bis dann!

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Wohnen in Swasiland

In Swasiland Wohnen ist nicht gleich Wohnen. Es gibt viele Unterschiede. Diese Unterschiede kommen durch unterschiedliche Gehaelter und unterschiedliche Lebensbedingungen zustande. So muss zwischen Arm und Reich, aber auch zwischen laendlich und staedtisch unterschieden werden.

Laendliches Leben

Das Leben auf dem Land ist sehr eng mit Kultur verknuepft. Waehrend in den groesseren Staedten Swasilands (Manzini oder Mbabane) Kultur und Traditionen zunehmend weniger gewichtet werden, gelten Traditionen in den laendlichen Gegenden als essentiell. So ist es verpoent wenn Frauen oder Maedchen Hosen tragen. In der Stadt tragen viele Maedchen Jeans, auf dem Land waere dies unmoeglich. Ebenso wie das essen auf Stuehlen, nur der Koenig darf auf Stuehlen essen, alle anderen muessen aus Respekt ihm gegenueber auf dem Boden sitzend oder auf einem Holzblock sitzend essen. Kinder duerfen auch nicht mit Besteck essen, erst wenn man aelter als 18 ist, darf man Besteck benutzen. Dies alles aus Respekt gegenueber den Aelteren.

Aber was ist nun mit dem Wohnen? In den laendlichen Gegenden Menschen wohnen nicht in Hauesern. Sie wohnen in sogenannten Homesteads. Diese Homesteads bestehen aus verschiedenen Hauesern wie etwa:

* endlika gogo: in diesem Haus lebt und schlaeft die Grossmutter
* hut: fuer den Vater, dem Boss der Familie
* intsanga: hier schlafen die Maedchen
* lilawu: fuer die Jungs
* Kueche
* hut: fuer die Frauen
* crawl/stall fuer die Kuehe


In der Kultur Swasilands ist das Schlagen von Kindern als Erziehungsmittel fest verankert (leider). Der einzige Ort, an welchem Kinder nicht geschlagen oder bestraft werden duerfen ist der endlika gogo. Dieses Haus dient als Schutraum fuer Kinder und die Gogo (Grossmutter) erzaehlt Geschichten, gibt ihre Weisheiten weiter oder hoert den Kindern einfach zu. Es ist das beliebteste Hasu unter den Kindern.
Bei der Auflistung fragt sich manche vielleicht weswegen Vater und Mutter nicht zusammen schlafen. in Swasiland haben Maenner mehrere Frauen. Er kann aber nur mit einer Geschlechtsverkehr praktizieren, dass heisst, dass immer nur eine bei ihm sein kann waehrend die anderen in ihren Huetten schlafen. Dies ist ein grosser Unterschied auch zu anderen afrikanischen Laendern wie beispielsweise Simbabwe oder Suedafrika, wo diese Sachen nicht an der Tagesordnung stehen.

Wo ist denn nun das Badezimmer? Es ist oft nicht vorhanden. Gesundheitsbeauftragte versuchen mehr und mehr Menschen davon zu ueberzeuegen eine abgegerenzte Toilette zu haben. Das problem ist nur, dass es kein fliessendes Wasser gibt. So wird entweder Regenwasser gesammelt, das Wasser von Fluessen getrunken (was gesundheitsschaedlich sein kann), oder wenn man geld hat baut man einen Brunnen oder laesst sich groessere Taenke in regelmaessigen Abstenden auffuellen. Strom ist im Gegensatz zu Wasser und einer Telefonverbindung in fast ganz Swasiland vorzufinden.

Nicht alle Haueser verfuegen ueber Stelle nur die reicheren. In Swasiland entscheidet im traditionellen Sinne die Anzahl von Kuehen vor deinem Homestead wie reich oder arm du bist. Natuerlich glit dies nicht mehr fuer die Staedte, denn hier regiert das Geld.

Dennoch entscheidet auch Geld einiges auf dem Land. Selbst arme Menschen koennen ein ganzes Homestead besitzen, da die Haeser nur aus Erde und einigen Stoeckern gebaut werden und das Dach aus ein paar Stoeckern oder aehnlichem besteht. Wenn man mehr Geld hat, kann man sich Ziegelsteine oder ein Wellblechdach leisten.

Die Unterschiede wurden vielen Swasis erst vor zwei Wochen deutlich. In Swasiland gab es die heftigsten Regenfaelle seit 1984. Es hat fuer eine ganze Woche ununterbrochen geregnet. Da einige Hauser nur aus Erde sind, wurden viele Haueser zerstoert und hinterliessen einen Schaden von 4 Millionen Euro, was sehr viel Geld in Swasiland ist.

Semi Staetisch Leben

Dies sind Orte die nahe an den grossen Staedten liegen, somit bessere Infrastruktur haben, aber trotzdem traditionell angelegt sind. So verfuegen sie oft ueber Wasser, Strom, Strassen und Telefonanschluesse, ausserdem bietet die Naehe zur Stad den Vorteil verschiedene Sachen einkaufen zu koennen und teilweise auch mehr Geld zu verdienen. Semi Staedtisch bedeutet Halb Staedtisch und ist im Grunde eine mischung aus laendlichen und staedtischen Wohnen.

Staedtisches Leben


In der Stadt regiert das Geld, wenn man keines hat, schlaeft man unter einer Plane irgendwo in der STadt. Besonders aeltere frauen sind davon betroffen, weil sie das grosse Geld in der Stadt machen wollten oder weil hinfortgescheucht worden sind von ihren Ehemaennern. Wenn man etwas mehr Geld hat kann man sich eine kleine Einraumwohnung mieten. Diese Wohnung besteht dann wirlich aus einem Raum, in dem Kueche, wohnzimmer, Schlafzimmer und Esszimmer ist. Meine Siswati Lehrerin lebt unter diesen Umstaenden und schlaeft in einem 7m2 raum mit manchmal 6 Personen. Die Sanitaereinrichtungen werden dann mit 10 weiteren Einraumwohnungen geteilt. Allerdings sind alle diese Haeser aus Zement und Steinen gebaut, was sie Wiederstandsfaehig macht. Nur viele Daecher sind undicht, was dazu fuehrt, dass es manchmal ins Haus reinregnet. (Auch ins Voluntaershaus).

Dennoch kann man mit mehr Geld umso mehr "westlicher" Leben. In einigen stadteilen Manzinis sieht man sehr schoene und teure Haueser, die man auch so in jedem westlichen Land haette sehen koennen. Es verdeutlicht immer wieder wie weit arm und reich auseinander sind, obwohl sie so dicht zusammenleben naemlich auf insgesamt 17 364m2. Das ist die gesammte Flaeche vom Koenigreich Swasiland (etwa so gross wie Thueringen).

Dienstag, 1. Dezember 2009

Der Monat November

Mit Entsetzen habe ich ebend festgestellt, dass ich nun seit mehr als einen Monat nicht mehr gebloggt habe und ich bitte dies zu entschuldigen. Das Schlimme ist, dass ich nicht einmal eine gute Ausrede finden kann wie etwas "Ich war krank oder so" Naja vielleicht hilft ja, dass mein Laptop etwas beschaedigt worden ist und nun alle Dokumente, die je auf ihm drauf sind verloren sind (auch meine Adressliste... :-()

Aber was ist denn so alles passiert im Monat November? Naja im Grossen und Ganzen ist eigentlich nur die ganze Routine weitergelaufen. In Enjabulweni (danke Christian ;-)) habe ich kurzzeitig fuer zwei Wochen in Klasse 6 unterrichtet, da die Klassenlehrerin mit den 7. Klasse Examen beschaeftigt war. Es war interessant mal in einen anderen Klassenraum zu gehen und neue Schueler und ein neues Arbeitsklima zu erfahren. Aber auch in meiner Klasse hat sich das Verhalten der Kinder verbessert. Jetzt bekommen sie je nach Verhalten rote, gelbe oder Star Karten.

Naja die Klassenarbeiten sind geschreiben, ebenso wie die Zeugnisse. In meiner Klasse haben Englisch (das Fach unterrichte ich) 6 (von 14) Schuelern nicht bestanden. Dieser Schnitt istgar nicht so schlecht. Ich habe auch einige Arbeiten aus Klassen 3, 5 und 6 korrigiert und teilweise waren deren Ergebnisse schlimmer. Morgen und Uebermorgen werden dann die Eltern die Zeugnisse in Empfang nehmen.

Naja genug ueber Schule geredet. Was lauft sonst noch? Das Jugendzentrum geht seinen Weg. Nachdem Anfang des letzten Trimesters nur wenige Kinder taqeglich kamen, kommen jetzt wieder eine ganze Menge. Gestern habe ich einigen Kindern Ultimate Firsbee (Reschtschreibung?) beigebracht, da die grosse Sporthalle wegen eines Events geschlossen ist. Naechste Woche geht dann auch schon das Holiday Programm wieder los und das wird echt interessant werden mit 2 bis 4 Voluntaeren (Sean hat einen Freund zu Besuch und sie gehen fuer einige Zeit nac h Mozambique). Mitte Dezember bekommen wir dann wieder Unterstuetzung, diesmal aus Chile.

Nun ja, leider gehen Anna und Ich jetzt nicht mehr zum Hope House (dem Hospiz), da herr Juelich vor ca. zwei Wochen verstorben ist. Irgendwie glaube ich ist es das Beste was ihm passieren konnte, denn wenn man nicht einmal mehr aufsteht um zur toilette zu gehen und gar keine Freude mehr am Leben findet, quaelt man sich selbst nur unnoetig.

Letztes Wochenende waren wir auf einem Konzert von einer Band aus Simbabwe. Die Band war ganz gut. Der Chef unseres Sozialarbeiter Buero war auch da (er stammt aus Simbabwe) und hatte dann den ganzen Sonntag einen Kater... Ausserdem war ich bei einer afrikanischen Priesterweiehe, was sehr interessant war, denn die ganze Kirchengemeinde hat permanent getanzt und gesungen und alle waren so froehlich. Selbst der Bischoff hat zum Schluss angefangen zu tanzen. Es war ein sehr frohes Fest und wahrscheinlich einer der froehlichsten und emotionalsten Gottesdienste, die ich seit laengerer Zeit gesehen habe...

Was bleibt sonst noch zu sagen? Eigentlich nicht viel ausser: Eine schoene Adventszeit euch allen, wir machen uns jetzt fuer den heissen Sommer bereit... Nachdem es im November die heftigsten Regenfaelle in Swasiland seit 1984 gab. Ueber eine Woche Dauerregen, ist es das was man von Afrika erwartet?